Lilia Nour

Lilia Nour
Lilia Nour

Pressetext

Zu ihren Fans zählen inzwischen Menschen aus aller Welt, ihre Bilder hängen weltweit nicht in Galerien, sondern in den Wohnungen und Häusern von Liebhabern des Schönen. Wer einmal eines ihre großformatigen Bilder besitzt gibt es meist nicht mehr her. Bei Anfragen von Galerien gibt es meist eine höfliche und zum Teil auch ein wenig verzweifelte Absage. Ihre Warteliste ist lang und wächst, Bilder, die in ihrer Werkstattgalerie nahe der Hamburger Elbphilharmonie entstehen, werden häufig noch während des Entstehens verkauft.

Lilia Nour
Lilia Nour – eine Sakura-Variante

Wie bei nahezu jedem Künstler war der Weg zum Erfolg steinig. Die gebürtige Tatarin aus Kazan wurde zwar schon klein auf gefördert, ihr Vater – ebenfalls Künstler – verstarb aber schon früh und trotzdem bestimmte die Kunst immer ihr Leben. Von der Kunstschule zur Kunstakademie bis hin zur berühmten Stiglitz-Akademie in St.Petersburg, immer versuchte sie ehrgeizig ihre Ziele umzusetzen. Als sie 1999 nach Deutschland kam, glich es einem Neuanfang, keine Netzwerke, keine Galeristen und die Konkurrenz von ehrgeizigen männlichen Kollegen machten es der damals alleinerziehenden Mutter nicht einfach sich durchzuschlagen. Und dennoch schaffte sie es immer mit der Kunst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Bei den Galeristen hatte sie wegen ihre großformatigen Werke immer einen schweren Stand, niemand wollte der damals unbekannten Künstlerin Platz an den Wänden einräumen und so machte sie sich selbst an die Vermarktung, organisierte Veranstaltungen in ihrem Atelier in der Speicherstadt um Menschen mit ihren Werken vertraut zu machen. Schon damals fand sich ein kleiner, eingeschworener Kreis von Fans, deren Wohnungen noch heute die frühen Werke Lilia Nours zieren.

Lilia Nour
Lilia Nour

Der große Durchbruch kam dann nicht durch eine Entdeckung durch einen Galeristen oder Kurator, sondern geschah durch einen glücklichen Zufall: Als 2015 eine Ladenwohnung in unmittelbarer Nähe zur Elbphilharmonie frei wurde, sagte sie kurzentschlossen der Speicherstadt Ade, den ungeheizten Böden dort hat ihre Gesundheit Tribut genug gezollt. Endlich wurden ihre Werke für eine breite Öffentlichkeit erlebbar und der Erfolg stellte sich unmittelbar ein. Faktisch vom ersten Tag an wurden ihre Bilder verkauft und mit der Eröffnung der Elbphilharmonie wurde es schwierig für sie und ihre Fans. Einige Serien ihrer Bilder werden so schnell verkauft, das nur Schnellentschlossene eine Chance auf ein Bild haben. Trotz der Wartelisten versucht sie sich ihre Spontanität zu bewahren und malt worauf sie gerade Lust hat. Und so kann es eben doch passieren, das Passanten zum Zuge kommen – weil sie nicht nach Liste malen will, und weil ein gerade im Werden befindliches Bild sich genau in dem Moment offenbart, an dem der Betrachter sie in ihrem offenen Atelier beobachtet.

Lilia Nour
Lilia Nour

Alle ihrer Werklinien zeichnen sich dadurch aus, dass sie mit großzügigem Farbauftrag gearbeitet werden. Seien es die eher monochromatischen Motive ihrer Fiskultura-Serie, ihre häufig mit Gold gearbeiteten konstruktivistischen Hafenmotive oder ihre üppige florale Zen-Malerei. Nie wird auf die blanke Leinwand gearbeitet, die vielschichtige Grundierung ist integraler Bestandteil aller Werke – und die spätere Wirkung im Raum. Immer achtet sie darauf, dass keine großartige Beleuchtung notwendig ist um ihre Werke in normalen Wohnungen zur Geltung zu bringen. Häufig findet man unauffällige Einsprengsel von Gold in ihren Bildern, die Farbschichten werden in vielen Ebenen mit einem kleinen Spachtel aufgetragen und erzeugen beim Betrachter immer andere Eindrücke je nach Standpunkt und Lichteinfall. Die aufwendige Arbeitsweise fordert ihren Tribut. Bis zur Fertigstellung eines ihrer Bilder vergehen oft Wochen, eine natürliche Grenze für ihren Jahresoutput.

 

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